Kopan monastery

C Schon in Deutschland hatten wir einen 7-tägigen Kurs in einem buddhistischen Kloster im ruhigeren Norden Kathmandus gebucht. Es sollte eine Einführung in die Lehren des Buddhismus sowie der Meditation sein. Wir waren schon die Tage vorher ganz gespannt und freuten uns nach dem gestressten Hauptstadtlärm auf die ruhige Atmosphäre im Kloster, hatten aber natürlich auch vor Augen, wer solche Kurse noch besuchen würde… Esoterisch angehauchte Damen und Herren in ihren 40ern bis 60ern. Nach einer mehr als holprigen Taxifahrt sollten wir, angekommen im Kopan Kloster eines besseren belehrt werden… Insgesamt hatten sich Tatsache 80Personen angemeldet, allesamt zwischen 20 und 40 und aus wirklich sämtlichen Ländern der Erde. Zusätzlich wurden wir mit einem tollen Ausblick und einem bezaubernden Garten belohnt.  Jamie und ich waren in getrenntgeschlechtlichen Häusern und Zimmern untergebracht, Jamie mit 9 weiteren Zimmergenossen,  ich mit 16…ein bisschen Hostelfeeling kam also auf! Bei der Einführungsveranstaltung wurden wir dann über das weitere Vorgehen informiert,  über die Regeln noch einmal belehrt (ja, dazu zählte unter anderem nicht zu töten oder zu stehlen …Da mussten wir uns echt ganz schön zusammen nehmen ) und… Jetzt kommt das dicke Ende… Wir wurden aufgefordert die 7 Tage über nicht zu sprechen (es sei denn in der einstündigen täglichen  Gruppendiskussion oder bei Fragen an den Lehrer während des Unterrichts oder danach)… Wir sollten es als einmalige Erfahrung sehen, obwohl es im Internet so keineswegs gekennzeichnet war (Redeverbot war dort nur nach dem Abendbrot angegeben).  Wie dem auch sei. ..  Wir nahmen diese Herausforderung erstmal an. ..  2 Tage lang funktionierte das auch ganz gut… Bis die Frustration darüber, was wir  von unserem amerikanischen, nuschelnden Lehrer Jimmy nicht verstanden,  dazu führte, dass man sich zwangsläufig austauschen musste. Auch wenn dies unserem Dharma-Cop (Dharma ist die buddhistische Lehre), unserem Meditationslehrer David sehr gegen den Strich ging… Von da an wurde das Redeverbot dann doch hin und wieder übergangen. Besonders dann auch als Jamie mit seinem unwahrscheinlich empfindlichen Magen für 2 Tage mit etwas Fieber außer Gefecht gesetzt war und ich ihm das Essen bringen und nach seinem Befinden fragen musste 😉

In diesen 7 Tagen habe ich eine ganze Menge (natürlich nur oberflächlich) über den Buddhismus gelernt, vieles davon scheint mir sehr abstrakt oder zu abgefahren (beispielsweise der Glaube an Reinkarnation und die Erklärung für schlechte Dinge, die einem widerfahren durch schlechtes Karma, d.h. negative Taten aus einem früheren Leben)  und für mein alltägliches Leben nicht wirklich nutzbar, jedoch kann man von der Art und Weise, wie Buddhisten schwierige Situationen meistern, sich denke ich das ein oder andere abschauen (da die Lehre auch viele psychologische Aspekte enthält). Zudem hatte ich viele interessante und tiefgreifende Gespräche in meiner Diskussionsgruppe über Liebe, Tod, wahres Glücklichsein,  Freude etc. Es ist schon unglaublich, wie intensiv man Menschen in dieser einen Woche kennenlernt, obwohl man eigentlich gar nichts (oder zumindest kaum etwas)  über ihr Leben weiß! Wie ihr seht war es eine sehr lehrreiche Woche, die durch täglich drei Meditationen immer etwas aufgelockert wurde. .. Besonders in der großen Gruppe waren diese Meditationen sehr angenehm! Am letzten Abend konnten wir dann noch ein Diskussions- und Mantra-Meditations- Spektakel der Mönche verfolgen (siehe Video).

Alles in allem waren wir froh diesen Kurs gemacht zu haben und kehren garantiert, wenn wir nach Kathmandu zurückfahren noch einmal ein paar Tage an diesen Ort der Stille zurück. Für das leckere Essen, den charmanten Küchenchef, die spirituelle Atmosphäre, mehr Gespräche mit dort lebenden Mönchen und sicher auch für ein bisschen Entschleunigung und Zeit zum Nachdenken.

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